"Gemeinsam,
statt
einsam!"
Das ist unsere Devise, und deshalb heißen wir MS-ler
"Offensiv".
Wir wollen auch denen helfen, die ohne uns allein wären, denn durch die Schwere der Erkrankung Multiple Sklerose und der zunehmenden Behinderung fühlen sich die Kranken oft dem gesunden Menschen gegenüber als Hindernis und gehen somit immer mehr in die Isolation. Das In-die-Isolation-Gehen kommt aber auch bei anderen Erkrankungen vor.
1989 formierten wir uns deshalb.
Im März 1990 gründeten wir die Selbsthilfegruppe MS "Offensiv".
Im Herbst 1994 entstand eine Therapiegruppe „Basteln und Handarbeiten" für Menschen mit Koordinationsstörungen. Es wird aber auch all denjenigen Hilfestellung geleistet, die neu erkrankt sind.
Also, jedermann der etwas mit den Händen hat, ist willkommen
an jedem 2. Dienstag im Monat von 9.00 - 11.30
Uhr
und jeden 4. Dienstag von 14.00 - 16.00 Uhr
in der Karl-Liebknecht-Straße 29
im Erdgeschoss links, neben der Schwanen-Apotheke.
Am 31.08.1994fand die Gründung einer Therapiegruppe „Kognitives Training von unserer Selbsthilfegruppe statt. In dieser Therapiegruppe sollen Behinderte und kranke Menschen mit Gedächtnisproblemen und Konzentrationsschwäche erreicht werden.
Wir denken dabei an MS- Kranke, Parkinsonerkrankte, Menschen nach Schlaganfall, Spastiker und Patienten nach Schädelhirntrauma. Menschen, die mit Koordinationsschwierigkeiten zu kämpfen haben oder wo das Gesichtsfeld eingeschränkt ist, sind ebenso willkommen.
Außerdem können auch diejenigen das Training in Anspruch nehmen, die aufgrund ihrer Erkrankung meinen, schon vorsorglich etwas Gutes für ihren Geist tun zu wollen. Prävention ist immer der beste Weg! Das "Kognitive Training" ist kostenlos, da die Trainer diese Stunden nur auf ehrenamtlicher Basis leisten. Es ist also kein Rezept erforderlich bzw. müssen Sie nicht von einem Arzt oder Psychologen geschickt werden. Die Therapieprogramme für die Patienten sind die gleichen wie in den Reha-Kliniken oder Nervenkliniken, jedoch umfangreicher.
Seit 2001 besitzen wir 3 Arbeitsplätze. Dies sind Computer , die mit je 11 kognitiven Trainings-Programmen
ausgestattet sind.
Ab dem Jahr 2007 können wir an 5 Arbeitsplätzen mit neuester
Ausstattung und neuen Programmen trainieren. Jetzt ist es uns noch besser möglich, die „Geistesschulung" auf das Krankheitsbild und den Zustand des
Trainierenden
abzustimmen. Bisherige Ergebnisse nach einer einjährigen Studie zeigten, dass sowohl die Leistungsfähigkeit verbessert wurde,
als auch das Wohlbefinden und das Selbstvertrauen.
Konkrete Erfolge sind, dass durch unsere Mithilfe Menschen wieder in den Arbeitsprozess eingegliedert werden konnten und Menschen nach Schädelhirntrauma ,z. B. die Fahrerlaubnisprüfung bestanden oder das Sprechen, Lesen, Rechnen, Koordinieren verbessern konnten.
Ganz gesund wird ein so Schwerkranker auch durch unsere Hilfe nicht, doch wir können gemeinsam etwas verbessern oder auf dem erreichten Stand halten.
Wie oft muss ich trainieren?
Einmal pro Woche und mindestens drei Monate, fast immer bis zu einem Jahr. Geduld, Geduld - und wir kommen ans Ziel!
| Therapiegruppe "Kognitives Training" | Mo.13.00 - 18.00 Di. 11.00 - 14.00 Mi. 10.00 - 16.00 Do.10.00 - 14.00 |
nur nach telefonischer Voranmeldung während der Trainingszeiten Tel. 0371/ 485-61 704 |
Chronik der SHG "Offensiv"
1989 formierten wir uns.
Am 21. März 1990 trafen wir uns als Gruppe das erste Mal mit Frau Dr. Linke und
Herrn OA Dr. Dachsel im Konferenzraum der Nervenklinik. Seit diesem Tage fand einmal wöchentlich unser Gesprächskreis statt.
Langsam erlernten wir die Krisenbewältigung mit Hilfe des
Autogenen Trainings und somit erfühlten wir leichter unsere Empfindungen und lernten mit der Krankheit umzugehen.
Wir wurden eine große Familie, denn auch die Angehörigen wurden bei Festen mit einbezogen
und bald hieß es:
"Einer für alle und alle für Einen "

Vom Gesprächskreis zur aktiven Gruppenarbeit
Karla war nun unsere Gruppenleiterin, aber in jeder Hinsicht stand und steht die
Selbsthilfe an erster Stelle. Jeder gab, nach seinen Möglichkeiten, etwas dazu. Papier, Stifte, Ideen, Rundsprüche,
Kaffee, Kuchen und das Abholen von Mitgliedern, die nicht Autofahren konnten,
keiner fehlte, viele Jahre lang, obwohl wir uns jeden Montag zusammenfanden.
Mit der offensiveren und öffentlichkeitsintensiveren Arbeit wuchsen wir auf 15 Mitglieder an.
Jetzt erhielten wir Fördermittel vom Gesundheitsamt, arbeiteten eng mit Professionellen
zusammen und der Charakter prägte sich mit wachsendem Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl.
Wir wollten mehr tun, wir wollten andere einbeziehen, besser anderen, aber auch uns helfen,
die Krankheit einfach wegzudenken bis zum nächsten Schub.
Viel Heimarbeit musste und muss gemacht werden, sei es für die Gruppe
"Offensiv ", " Basteln " oder das " Kognitive Training ".
Ja, wir haben nun, mit dem seit 2000 gegründeten
"Autogenen Training", noch drei Therapiegruppen, die einen Leiter/in brauchen.
(Das "Autogene Training" wurde vorläufig eingestellt.)
Das "Kognitive Training" benötigt sogar wöchentlich vier Verantwortliche, von Mo.- bis Fr..
Aus einem Tag in der Woche wurden also für fünf Mitglieder 2 Tage Pflicht und nun war nur
noch ein Tag im Monat für das Gespräch möglich und dieser Tag ist meistens noch mit
Organisatorischen vom Stadtgeschehen, Gesetzgebungen, Vorträgen, Seminaren usw.
gespickt. Das ist nicht gut, denn wir alle haben mit zunehmender Krankheit manchmal wieder Probleme wie am Anfang.
Wir haben uns den ersten Montag im Monat aus Traditionsgründen
ausgesucht, und wir organisierten den Stammtisch für Neuerkrankte und
solche, die nicht in einer Selbsthilfegruppe sind, ohne Anmeldung.
Gegenüber einer kleinen Gruppe sind jetzt viele Dinge termingebunden und das wollen
die meisten Kranken/Ehrenamtlichen nicht -- die Pflicht.
Wir suchen einen neuen Patientenfürsprecher.
Mithelfen will jeder, mithelfen, anderen eine Freude zu machen, auch mithelfen den "Motor " der Gruppe die Kraft zu erhalten ebenfalls, aber eben nicht von Termin zu Termin etwas erledigen zu müssen mit eigener Verantwortung vom Anfang bis Ende.
Unsere Gruppe ist sicher noch eine von denen, die ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl haben,
doch mit der steigenden Anzahl der Mitglieder mangelt es an Zeit, jeden zu Wort kommen zu lassen
und somit fehlt manchmal das Verständnis, warum einer nur kommt, wenn gefeiert wird oder nur
kommt, wenn er es für sich allein richtig hält und nicht an den Nachbarn denkt, der sich auf das Wiedersehen
freuen könnte.
Wir sind Kranke. Wir haben uns zusammengefunden, um uns gegenseitig zu stützen, anderen zu zeigen,
dass auch wir tüchtig sind.
Wir möchten appellieren, denkt daran, auch der Gruppenleiter kann mal schnell ausfallen!
Wer hält uns dann noch alle zusammen? Die Fördermittel sollten es nicht sein!
Das Gesundheitsamt, die Behindertenbetreuung und auch manche Sponsoren sind Unterstützer,
doch helfen müssen wir uns für die Seele schon selbst - miteinander. Vielleicht braucht
gerade der neben mir "Sonne im Herzen ", obwohl er gesünder aussieht als
ich?
Wir sollten uns nicht überschätzen mit der Kraft, doch auch nicht unterschätzen,
was wir vielleicht noch leisten könnten.
Gemeinsam sind wir stark, das ist unser Motto nach wie vor und nur so konnten wir mit unserer Gruppenarbeit viel Anerkennung erringen:
-Ehrennadel in Silber (1995)
DMSG-Bundesverband, Leiterin der Gruppe
-Preis Premiere für Menschlichkeit
GEK Wettbewerb, Gruppe
-Urkunde für vorbildliche Ehrenamtsarbeit
3 x - OB der Stadt Chemnitz, Gruppenmitglieder (1998, 1999, 2000)
-Urkunde für vorbildliche Ehrenamtsarbeit
2x- DMSG-LV Sachsen e. V., Gruppenmitglieder
-Ehrenurkunde des Sächsischen Landtages und Sächs. Staatsministeriums
für Soziales, Gesundheit und Familie,
Leiterin (1998, !999)
(Empfang beim Landtagspräsidenten Erich Iltgen)
-Neujahrsempfang beim
Ministerpräsidenten des Landes Sachsen Kurt Biedenkopf
1999 (Leiterin)
-Empfang zum 70. Geburtstag des Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf
2000 (Leiterin)
-Annenmedaille "Soziales Sachsen"
(1999, 2001)
durch Staatsminister für Soziales, Gesundheit, Jugend und Familie - Dr. Hans Geisler,
Leiterin
-Neujahrsempfang beim ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog ,
Leiterin (1999)
![]() |
![]() |
- 2001 erhielt Frau Dr. rer. nat. Linke,
das
Bundesverdienstkreuz am Bande
für Ehrenamtsarbeit im Behindertenbereich von
Minister Walter Riester überreicht.
![]() |
![]() |
-2001 Empfang beim Minister Dr. Hans Geisler (Leiterin)
-Auszeichnung der Gemeinnützigen
Hertie-Stiftung (Oktober 2003),
Gruppe (Städte-Preis)
![]() |
![]() |
-Am 05.12.2002: Würdigung durch OB Dr. Peter Seifert für vorbildliches ehrenamtliches Engagement
Eintragung in das Goldene Buch der Stadt Chemnitz,
Leiterin
-18.02.2005: Die Leiterin wird als Botschafter der Wärme berufen.
|
|
![]() |
-Am 03.11.2006: Die Leiterin Karla Brümmer erhält zum Festakt der DMSG in Berlin die Ehrennadel in Gold der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. in Anerkennung des jahrzehntelangen. unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatzes für MS-Erkrankte überreicht durch den Ministerpräsidenten von Niedersachsen Christian Wulff.
|
|
|
| Am
17.09. 2010 fand die Preisverleihung des DAV (Deutscher
Apotheker Verband) - Gesundheitspreis "Selbsthilfe und
Apotheke - Kooperation mit Vorbildcharakter" in Berlin
statt. Die Selbsthilfegruppe "Offensiv" aus Chemnitz durfte dort einen 2. Preis zusammen mit der "Schwanenapotheke" am Brühl entgegennehmen. Großer Dank gebührt Frau Heike Wöstenberg für die langjährige Unterstützung und Zusammenarbeit.
|
|
|||
|
||||
| Das sollte anspornen, zu beweisen, dass auch Kranke, Behinderte in der Lage sind, gleichgestellt mit Gesunden zu wetteifern und Großes zu leisten. |
Leider ist es so, dass die Ehrenamtsarbeit noch nicht gebührend anerkannt ist, obwohl sie
mit den Selbsthilfegruppen die fünfte Säule im Gesundheitswesen bildet. Unser Patientenfürsprecher
für Multiple Sklerose in der Nervenklinik ist Zeugnis davon, wie man zusätzlich auch die
medizinischen Einrichtungen miteinbeziehen kann in eine gute, offensive Selbsthilfearbeit.